Stellungnahme zu Plänen das Heider Rathaus zu verlegen

Das Rathaus ist wichtiger Teil der Heider Innenstadt und muss erreichbar bleiben.

Stellungnahme des Wirtschafts- und Gewerbevereins Heide e.V.
zu den Plänen das Rathaus und seine Dienste auszulagern.


Der WGV Heide hat sich bereits im vergangenen Jahr, bei Aufkeimen der Idee, das Rathaus und seine Dienste aus der Stadt abzuziehen umgehend ablehnend geäußert.

Die Digitalisierung der Verwaltung ist in keinster Weise abgeschlossen oder auch nur im Ansatz betriebsbereit. So wäre der Bürger doch gezwungen bei Abholung von Urkunden oder Ausweisen weiterhin mit passendem Kleingeld in der Tasche seine Papiere am Stadtrand abzuholen. Dies wird auch ohne digitale oder urkundensichere Verfahren so bleiben, denn genau für diese Amtsgeschäfte gelten Ausweispflicht oder Unterschriften sowie Erscheinen weiterhin als zwingend. Am Kreishaus ist aber die Parkplatzsituation auch in den umliegenden Straßen bereits angespannt.

Der WGV Heide arbeitet, zur Stärkung des Einzelhandels, seit seiner Gründung an Konzepten zur Attraktivitäts-steigerung der Innenstadt und des Marktplatzes. Schon die Idee, nun ausgerechnet das Rathaus aus der Stadt hinter die Bahnlinie zu verbannen, ist daher in den Augen der Mitglieder und des Vorstandes eine Schwächung der gesamten städtischen Geschäftswelt. Dieser Wegzug sabotiert die jahrelange erfolgreiche Arbeit der Kaufmannschaft und Dienstleister in unnötiger Weise.

In Rücksprache mit den Straßengemeinschaften Süder- und Friedrichstraße muss daher den Ideen der Fraktionen des Rathauses eine Absage erteilt werden. Den Vertretern der Stadt Heide muss hier die Verantwortung bewusst gemacht werden, die sie gegenüber den Leistungsträgern und Verantwortlichen aus Wirtschaft, Dienstleistung, Handwerk und Handel und Ihren Arbeitnehmern tragen.

Wir als WGV Heide sehen im gesamten Land einem Sterben der Innenstädte zu, dass fast überall zum Schaden der Gemeinschaften, Städte und Bürger um sich greift. Es ist dabei eben nicht nur der Onlinehandel der die Innenstädte schwächt sondern der Verlust der Attraktivität einer lebendigen Innenstadt, die hier als Ursachen festgestellt wurden. Anstatt nun gemeinsam am Erhalt Heider Innenstadt zu arbeiten wird geplant einen wichtigen Teil des Angebotes einfach ersatzlos zu entfernen. Hinzu kommt, dass uns über eine alternative Nutzung, des dann verlassenen Gebäudes, keinerlei Pläne oder Ideen zur Nachnutzung oder gar Abrisspläne bekannt sind.

Zu den vor Ort benötigten Angeboten sind dabei Bürgerservices unabdingbarer Bestandteil eines lebendigen Marktumfeldes. So verzeichnen Handel und Gastronomie während der Öffnungszeiten des Rathauses regen Zulauf etwa aus dem Umland der vor oder nach dem Behördengang an den Wochentagen. Auch die Bediensteten des Rathauses frequentieren nicht unerheblich in den Pausen und nach der Arbeit die Heider Innenstadt. Dabei ist selbst von den Bediensteten des Rathauses nach unserem Eindruck nicht eben Begeisterung sichtbar. Auch für die Verwaltung wird der Weg zu den Akteuren vor Ort eben umgekehrt ebenso deutlich länger.

Ein Verzicht auf diesen wichtigen Baustein einer gesunden Innenstadt bedeutet nicht nur einen Verlust von Einnahmen und damit auch Gewerbesteuern sondern weit schlimmer, ein Verlust von Attraktivität unserer Stadt Heide. Der Erhalt einer kleinen Truppe, etwa eines Bürgerbüros sind aus genannten Gründen daher keinesfalls eine Alternative zu einem Rathaus, dass nicht ohne Grund seit der Gründung der ersten Städtegemeinschaften stets an Marktplätzen platziert wird.

Das diese Fakten bei der Beurteilung durch die Politik und die Fraktionen der Parteien keine Rolle spielen sollten, ist für den WGV und seine Mitglieder nur schwer nachvollziehbar. Ebenso verstörend ist es, da sich der WGV mit immerhin ca. 120 Betrieben und die damit vertretenen Arbeitnehmern bereits zu Beginn der Diskussion an den Bürgermeister gewandt hatte nun überraschend, vom Sinneswandel der Fraktionen, aus der Zeitung erfahren muss.

Nach Auffassung des WGV ist es für den Erhalt der Heider Innenstadt wichtig, den Bürgern ein attraktives Gesamt-angebot zu erhalten, dass auf kurzen Wegen, bei nur einem Besuch, alle Möglichkeiten offen hält. Dazu zählen auch Behördengänge, die oft eben mit einem Besuch in der Innenstadt in Verbindung stehen. Fußläufig sollte vom Arzt- oder Frisörbesuch bist zum Weg in die Postfiliale, Banken, Cafés' oder Geschäfte möglichst einfach Alles Vor Ort in einem Maximum an Möglichkeiten angeboten werden.

So wünscht sich der WGV seit langem einen festen Tag der Woche gebührenfreies Parken auf dem Heider Marktplatz. Die Gebühren sollten durch die erhofften Mehreinnahmen an Gewerbesteuern und Umsatz wieder hereinkommen und wenigstens in einem Pilotversuch ein Probejahr getestet werden. Allerdings wartet der WGV in solchen konkreten Projekten bereits über ein Jahr auf Entscheidungen der Stadt Heide. So stecken frische Ideen für den Bürger und unsere Stadt weiterhin in der politischen Entscheidung fest.

Ein weit umfangreichere, teurere und nicht umzukehrender Rückbau oder gar Abriss des Rathauses ohne Not, scheint aber nun laut Presse bereits am Montag nach nur wenigen Monaten beschlossene Sache zu werden. Diesem Plan der politisch Verantwortlichen erteilen wir eine klare Absage und bitten die Parteien auch mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen im Mai dazu eindeutig Stellung zu nehmen.

So kann sich der Bürger und Wähler zur Wahl am 6. Mai direkt entscheiden ob er auf kurze Wege verzichten möchte und die Mehrheiten der Ratsversammlung entsprechend dem eigenem Wunsch im demokratischen Prozess ebenfalls umgestaltet.